Vereinschronik

 

Bau des Gemeinschaftshauses der

Afföllergemeinde Marburg/ Lahn

 

Am „Kalten Frosch“ begann die ganz Geschicht…

 

So beginnt unser geliebtes Afföller-Lied. Ein Lied das dem Gemeinschaftsgeist der Affölleraner gewidmet ist, die heute ihr Gemeinschaftshaus einweihen.

 

Im September 1951 wurde die Afföllergemeinde Marburg von Henner Pöttner gegründet.

Vorsitzender war unser heutiger Ehrenvorsitzender Hans Schmidt.

 

Unter anderem war erklärtes Ziel des Vereins Zusammenhalt und Geselligkeit der Gemeinde zu pflegen und fortzuentwickeln.
Dieses war und ist auch heute noch das Hauptanliegen der Afföllergemeinde zum Wohle unserer Heimatstadt Marburg an der Lahn.

 

Durch die Sorgen mit den fehlenden Räumlichkeiten in den letzten Jahrzehnten wurde diese kontinuierliche Arbeit der Gemeinde oft behindert.

Im Anfang fanden unsere regelmäßigen Monatsversammlungen im damaligen Hotel Daube statt, die immer zum Gedankenaustausch anregten. Nach Schließung des Hotels fanden die Zusammenkünfte nicht mehr so regelmäßig statt wie vordem.

Den Adventsabend veranstalteten wir im Hotel „Waldecker Hof“. Die Weihnachtsfeier für unsere älteren Mitbürger fand im Aufenthaltsraum der Firma Seidel statt. Für die Nikolausfeier, Altennachmittage und Jahreshauptversammlung stellte uns regelmäßig die Firma Hallenbau Schwarz ihre Sozialräume zur Verfügung.

Nur mit Hilfe der im Nordbezirk ansässigen Firmen war es uns nur möglich das drückende Raumproblem zu mildern.

Nach Auszug der Gaswerksverwaltung stand uns noch der Sozialraum des ehemaligen Gaswerkes in unserer Nutzung.

Da diese Räume für ihren ursprünglichen Zweck nicht mehr gebraucht wurden, keimte in uns der Wunsch nach einer dauerhaften Bleibe immer mehr.

 

Im November 1976 fasste der Vorstand der Afföllergemeinde, der gerade die 25-Jahrfeier der Gemeindegründung festlich begangen hatte, den Entschluss, einen Antrag zur dauerhaften Nutzung der Sozialräume des ehemaligen Gaswerkes in den Afföllerwiesen zu stellen.

 

Im April 1977 erteilte der Magistrat der Universitätsstadt Marburg die grundsätzliche Zustimmung für dieses Ansinnen.

Nach Abklärung rechtlicher Zusammenhänge und Verfahrensfragen gab uns im Oktober 1977 die Stadt Marburg grünes Licht für den Um- und Erweiterungsbau des Sozialflügels des ehemaligen Gaswerkes.

 

Die Planung wurde dankenswerterweise von unserem Ehrenvorsitzenden Architekt Hans Schmidt übernommen. Um der Gemeinde Kosten zu sparen, übernahm Hans Schmidt diese Arbeit für uns kostenlos.

 

Der Vorstand beauftragte mit der Bauleitung einen Bauausschuss, der von Teilen des Vorstandes gebildet wurde.
Nach Erstellung der Bauzeichnungen und Ermittlung des Raumbedarfes konnte es frisch ans Werk gehen.

 

Vor dem Aufbau hatten der Bauausschuss und der Architekt den Abbruch gesetzt.

 

Am Samstag den 12. November 1977 trafen wir uns pünktlich um 8 Uhr auf dem Hof des ehemaligen Gaswerkes. Hammer, Meißel und sonstige nützliche Gerätschaften brachten wir selbst mit. Mit Schwung und Elan wurde dem Abbruch zu Leibe gerückt.

Im Seitentrakt wurde zwischendurch ein von einem Marburger Metzger gestiftetes Frühstück eingenommen und dabei die ersten Schoppen „Afföller-Wasser“ (d.i. Licher Bier) inhaliert.

Bis zum Tage der Grundsteinlegung wurde noch viel Material abgebrochen und mit dem LKW abgefahren.
Unser ältestes aktives Mitglied, unser lieber Karl Muth, ließ es sich nicht nehmen, in der grünen Gartenschürze die Schippe kräftig zu schwingen.
Von seiner guten Laune und unbändigen Tatkraft ließen wir uns gern mitreißen. Den Anfängern unter uns zeigte er wie man eine Schaufel richtig hält.

 

Der Morgen des 26. November 1977 kam heran. Die Sonne schien prächtig vom winterkalten Himmel. Bis zur Frühstückspause wurde noch schnell das Schnurgerüst gebaut und eine Kammer in das Fundament eingelassen. Werner Schäfer und Heinz Schwarz besorgten diese Arbeiten fachmännisch. Nach und nach trafen die Festgäste für die Grundsteinlegung ein.
Nachdem Herr Oberbürgermeister Dr. Hanno Drechsler eingetroffen war, konnte die Feier beginnen. Viele namhafte Persönlichkeiten hatten es sich nicht nehmen lassen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen.

Unser 1. Vorsitzender Ernst Muth begrüßte Oberbürgermeister Dr. Hanno Drechsler, Stadtrat Dr. Pätzold, Vertreter der Parteien und Verbände und die Vertreter der Banken und Sparkassen. Nicht zuletzt begrüßte er auch die Afföllergemeinde Marburg. An die Freunde und Gönner der Gemeinde richtete er den Wunsch bei der Bausteinaktion behilflich zu sein.
Ernst Muth gab einen geschichtlichen Abriss aus dem Wirken der Afföllergemeinde. Seine Ausführungen gipfelten in dem Ausspruch:



„Die Affölleraner bringen erst Opfer, erst dann erwarten sie Hilfe“

 

Oberbürgermeister Dr. Hanno Drechsler würdigte die Verdienste der Gemeinde und versprach und bei diesem Bauvorhaben nach besten Kräften zu unterstützen.

Nach den Absprachen wurde die Kapsel, in der sich eine Ausgabe der Oberhessischen Presse vom 26. November 1977 und alle gültigen Münzen im Gesamtwert von 8,68 nebst einer Flasche „Afföller Wasser“ (Licher Bier) befanden von Oberbürgermeister Dr. Hanno Drechsler in die vorbereitete Grundsteinkammer versenkt und ein Schlussstein aufgelegt.

 

 

Um der aufkommenden Kälte bei der Grundsteinlegung Gegenwehr zu bieten, wurden die Gäste mit reichlichen Mengen geistreichen Stoffes versorgt.

Nach und nach kamen diese dann auch auf Temperatur.
Architekt Hans Schmidt und der Vorstand der Afföllergemeinde führten die Gäste durch die Räume und erklärten anhand der Bauzeichnung die künftige Nutzung.

Bis zum Eintreffen unserer Freunde von der Lady-Band aus Radolfzell wurde weiter am Abbruch gearbeitet.
Nach einiger durch Schneefall im Schwarzwald verursachter Verspätung, trafen sie bei uns ein. Die Quartierleute nahmen sie mit nach Hause.

 

Um 19 Uhr hatte der Vorstand seine Frauen zu einem Abendessen in das Haus Lenz in Cölbe geladen. Bei dieser Gelegenheit wurde gleichzeitig eine Einladung für unsere Freunde aus Radolfzell Ausdruck verlieh.
Er betonte, dass dieses alljährliche Essen ein Dank an die Frauen der Vorstandsmitglieder darstellen soll, die wegen der Arbeit für die Afföllergemeinde oft auf die Anwesenheit ihrer Männer in der Familie verzichten müssten.

Besonders der Bau des Gemeinschaftshauses, sagte Ernst Muth, würde in dieser Hinsicht Opfer kosten.
Ernst Muth hatte noch Anlass eine Ehrung vorzunehmen. Er ließ unseren Wirt des Abends, Herrn Fritz Lenz, vortreten und bedankte sich für seine uneigennützige Hilfe zum Aufbau der Karnevals-Tanzgruppe „Afföller-Dancers“. Diese hätten mit dem Tanz „Schmidtchen-Schleicher“ in der letzten Karnevalskampagne viel Erfolg errungen.
Als Dank für diese Hilfe überreichte Ernst Muth mit bewegten Worten Fritz Lenz ein gerahmtes Großfoto der Stadt Marburg vom Ortenberg hergesehen. Fritz Lenz bedankte sich für diese Ehrung und versprach den Affölleranern immer mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Er versprach uns ferner einen kostenlosen Auftritt des Fröhlichen Kreis Cölbe zur Einweihungsfeier für unser Gemeinschaftshaus.

Dieses wurde unter tosendem Beifall gerne entgegengenommen. Die Freunde der Lady-Band aus Radolfzell bedankten sich für die Einladung, die sie trotz der großen Entfernung gern angenommen hätten. Auch sie versprachen uns für wenig Kosten ihre Kapelle nach Marburg zum Einweihungsfest zu senden.

Die jeweiligen Versprechen wurden nach Afföller-Sitte unter Beifall mit Handschlag abgenommen.

Nach dem Essen gaben uns einige Bläser der Lady-Band ihr Debüt. Soweit es der etwas beengte Platz zuließ, wurde kräftig das Tanzbein geschwungen. Weit nach der Polizeistunde wurden wir wieder von unserem Chauffeur heimgefahren, der daher ohne Alkohol sein Auskimmen finden musste.
Am nächsten Morgen fuhren wir um 9:30 Uhr bei unserem Freund und Gönner Verkehrsdirektor Hans-Christian Sommer zum Frühschoppen vor. Anschießend trafen wir uns zum „Semifinale“ in der Gaststätte „Fass“ (früher Hotel Daube). Die Blasmusik unserer Freunde aus Radolfzell heizte uns gründlich ein.

 

Ernst Muth wies uns alle Gäste des Lokales auf den Bau unseres neuen Gemeinschaftshauses hin und forderte die Gäste zur Hilfe auf.

 

Der Stammtisch, der zum Frühschoppen tagte, gab uns einen richtigen Backstein für unser Heim auf dem 100 Mark lagen.
Ernst Muth dankte den Herren tief gerührt.

 

Durch einen freundlichen Wink einer der Herren am Stammtisch erfuhren wir, dass unser langjähriges Mitglied Hans Debus an diesem Tage Geburtstag hatte und mit am Stammtisch saß. Nach eingehender Gratulation handelten die Freunde aus Radolfzell spontan. Sie stimmten mit ihren Instrumenten das Lied „Happy Birthday“ und „Hoch soll er leben“ an. Hans Debus durfte sich ein Lied wünschen. Wir sangen dann alle unser geliebtes „Afföller-Lied“.


Durch alle diese Begebenheiten wurde uns der Abschied schwer und schwerer.

 

Die Quartierleute nahmen sich die Musiker wieder mit zum Mittagessen nach Hause. Zwei Stunden danach war der endgültige Abschied von unseren Freunden wiedergekommen. Ein paar letzte Musikstücke klangen auf und die Radolfzeller bereiteten die Heimfahrt vor.

 

Da meldete sich ein Afföller-Junge, der kleine Guido Nassauer aus der Nr. 62 und spielte mit seiner neuen Ziehharmonika einiges vor.

 

Mit Tränen in den Augen ließen wir unsere Freunde den langen Weg nach Hause antreten, mit dem Versprechen uns bei der Einweihung wieder zu sehen.

 

Nach den Festlichkeiten zur Grundsteinlegung war es nun an uns den zügigen Weiterbau des Gemeinschaftshauses zu bewerkstelligen. Indessen hatte Ernst Muth mit der uneigennützigen Hilfe der Druckerei Kombächer Bausteine drucken lassen. Mit diesen zog er von Haus zu Haus um finanzielle Hilfen für den Bau des Gemeinschaftshauses zu erhalten. Der Widerhall dieser Bausteinaktion war ausgezeichnet. Den Spendern sei auch auf diesem Wege herzlich gedankt.

 

Am 4. Dezember 1977 trafen sich 14 Helfer an der Baustelle. Die ersten Steine wurden abgeladen. Am 10. Dezember 1977 wurden die Fundamente ausgeschachtet und betoniert. Nach Anweisung von unserem Polier, Werner Schäfer, wurden 24 Betonstürze fabrikmäßig hergestellt.

Der kommende harte Winter erzwang eine Pause der Arbeiten bis zum 12. März 1978.

 

Die folgende Zeit wurde dazu genutzt vor allem die Erdarbeiten zur Herstellung der Versorgungsleitungen durchzuführen.

Da in mehreren Kolonnen gearbeitet wurde, konnten gleichzeitig die Maurer- und Betonarbeiten für den Um- und Erweiterungsbau nach den Abbrucharbeiten aufgenommen werden. Der Bau- und Finanzausschuss und unser 1. Vorsitzender Ernst Muth hatten alle Hände voll zu tun, um die notwendigen Mittel für den Weiterbau beizubringen. Nicht zuletzt unsere treuen Helfer machten es uns möglich den Weiterbau rasch voranzutreiben.

 

Unser Bauausschussmitglied und 2. Vorsitzende Heinz Schwarz hat in mühevoller Kleinarbeit die Arbeitsstunden der Helfer und Helferinnen ermittelt und eine arbeitstägliche Baustatistik geführt, die es uns auch in Zukunft noch ermöglicht die Fortschritte der Bauarbeiten zu verfolgen.
Je näher der Termin des Richtfestes rückte, wurde außer den Samstagen auch nach Feierabend in der Woche noch mit Hochdruck an der rohbaumäßigen Fertigstellung des Gemeinschaftsheims gearbeitet.

 

Am Samstag den 22 Juli 1978 feierten wir das Richtfest für den Um- und Erweiterungsbau unseres neuen Gemeinschaftsheims.

 

Um bei dem unsicheren Wetter im Innern der Räume feiern zu können, wurde am Samstag und Mittwoch vorher in einer Blitzaktion der Grundfußboden betoniert, um eine glatte Unterlage zu bekommen.
Die Fenster wurden provisorisch mit Plastikplanen verhängt und Grünschmuck an die kahlen Wände angebracht. Nach Installation einer Theke mit Wasseranschluss, Aufstellen von Bänken und Tischen konnte man vom späteren Gemeinschaftshaus einen schwachen Abglanz spüren.
Die Decke wurde mit bunten Lichterketten versehen. Die Baustelle wurde aufgeräumt und die unschönen Stellen mit Birken. Und Tannenreisern verdeckt.

Auf dem Schornstein stand ein kleiner geschmückter Tannenrichtbaum.

 

Nach und nach trafen die eingeladenen Freunde Gönner und Mitglieder der Afföllergemeinde ein. Herr Oberbürgermeister Dr. Hanno Drechsler wurde von Herrn Stadtrat Dr. Pätzold vertreten.


Unser Polier, Herr Werner Schäfer, verlas den Richtspruch (s. Anlage) vom Dach des Anbaus. Diesen Richtspruch gestaltete unser Mitglied Hans-Ulrich Kaufmann mit Hilfe von Regierungsbaudirektor Wilhelm Küllmer.

Nach Verlesen des Richtspruches begaben sich die Gäste zum Richtschmaus in das Innere des Gebäudes. Bratwurst und Bier ließen sich die Gäste bei uns munden.
Ernst Muth betonte bei seiner kurzen Ansprache die Entschlossenheit der Gemeinde mit aller Kraft das Begonnene fortzuführen.

Er erinnerte an das Vermächtnis der Gründer Heinrich Pöttner und Heinrich Meister die auch ein solches Projekt im Auge hatten.
Er dankt allen Freunden und Gönnern der Gemeinde herzlich für ihre Hilfen, die besonders jetzt, beim Bau des Gemeinschaftsheimes, willkommen sind. Die Vertreter der Körperschaften und verschiedene Firmenvertreter ergriffen ebenfalls das Wort und wünschten der Gemeinde ein gutes Vorankommen mit ihrem Projekt. Zum Abschluss sangen alle das Lied des Betonbauers (s. Anlage), dass unser Mitglied Herr Hans-Ulrich Kaufmann zu diesem Anlass gewidmet hat.

 

Mit einer Fasspartie in den Räumen unter Mitwirkung der Kapelle „Afföller Jungs“ mit Hans Pfeifer und Adolf Schobel klang unser Fest bei Bratwurst und Licher Bier aus.

 

Schon am kommenden Samstag, den 29. Juli 1978 wurden die Arbeiten fortgesetzt.
Mehr und mehr verlagerte sich der Schwerpunkt der Arbeit in das Innere des Gebäudes. Einige Maurer- und Betonarbeiten wurden nach und nach abgeschlossen. Nun war die Zeit für unsere Freunde aus dem Energieversorgungsbereich gekommen.
Besonders die Küche wurde mit einer Vielzahl von Energieanschlüssen im Gas- und Elektrobereich versehen.
Die Gasheizung nebst den dazugehörigen Rohren und Anschlüssen wurde unter der Leitung von Heinz Schwarz eingebaut.
Einen Auszug aus der Baustatistik, die unser 2. Vorsitzender Heinz Schwarz führt, greife ich den 11. November 1978 heraus.

 

11.11.1978 / 22 Helfer an der Baustelle

 

Durchgeführte Arbeiten:

 

1. Großer Saal innen verputzt

2. Wand im heizungsraum innen verputzt

3. Entlüftungsleitung im Bierkeller verlegt

4. Deckenboden für Anrichteraum (Küche) und Speisekammer hergestellt, dabei Stahlmatten verlegt und Betonarbeiten ausgeführt.

Fenster für Personaltoilette gebrochen, Sturz eingeschaltet und betoniert
Oberer Abstellraum – ehemaliger Zugang ausgemauert

5. Elektrokabel im Küchenraum verlegt und Schalterdosen gesetzt

6. Fenster zum Winterschut6z mit Folie verhängt

7.Stahltüre für Liefereingang und Türzarge Küche gesetzt

8. 1 Palette Fertigputz bei Balzer geholt

9. Aufräumungsarbeiten

 

Dieser Auszug aus der Baustatistik zeigt die Vielschichtigkeit der zu leitenden Arbeiten. Die Frühstücks- und Mittagspause bildeten immer den gesellschaftlichen Mittelpunkt während den Arbeiten. Freunde und Gönner der Afföllergemeinde stifteten so manches Kästchen Bier und auch oft das Frühstück und Mittagsbrot.

 

Das Jahr 1979 fing für uns am 6. Januar an. Mit durchschnittlich 14 Helfern wurden unter anderem weitere Installationsarbeiten ausgeführt. Im Frühjahr wurde der Estrich aufgebracht. Im Innern zeichneten sich langsam die Konturen der kommenden Fertigstellung ab.
Zur Vervollständigung wäre zu bemerken, dass Estrich, Beton und Putz mit der eigenen Mischmaschine durchweg selbst angefertigt wurde.
Zahlreiche Materialtransporte wurden fristgerecht von einigen Helfern, Freunden und Gönnern gefahren.
Lastkraftwagen wurden seitens der Stadt Marburg und befreundeten Firmen gestellt. Die Arbeitsgeräte wurden alle von Firmen gespendet, die sich mit uns freundschaftlich verbunden fühlen.

Herr Bauunternehmer Pfeifer, der mit dem Fanfaren- und Spielmannszug, Wismar verbunden ist, stiftete mehrere Geräte, 1 Schubkarre und 200 Steine. Als Anlage findet sich eine Aufstellung der Freunde und Gönner die beim Bau des Gemeinschaftsheimes behilflich waren.

Bis Mai 1978 konnten die Elektro- Gas- und Installationsarbeiten bis auf einige Geräteanschlussarbeiten zum Abschluss gebracht werden. Da nun auch der Bierkeller fertig wurde und das Kühlaggregat das köstliche Nass auf wohltuende Temperatur brachte, stieg auch der Getränkekonsum etwas an.

 

Die Ausführung der Fliesenarbeiten lag in den bewährten Händen von Werner Schäfer. Als Assistent stand in bewährter Manier Erich Schweiger zur Seite. In der Tagesleistung übertrafen diese so manche berufsmäßige Kolonne.
Es kann hier nicht dargestellt werden, wie viele hundert Platten bis zum Sommer 1979 fachmännisch und ästhetisch verlegt wurden.
Nach Küchen- und Thekeneinrichtung konnte der Innenausbau vorläufig abgeschlossen werden. Hierzu wäre noch nachzutragen, dass der Fußboden im Saal noch etwas Arbeit abverlangte. Die PVC-Platten wurden von Heinz Schwarz  und Hans-Ulrich Kaufmann in den Räumen der Firma Bauplastic maschinell gefräst und von unserem Freund und Gönner Edgar Kassing kostenlos verlegt.
Nachdem der Innenputz ausgetrocknet war, konnte unser Kunstmaler Karl Hettler mit seinem großen Werk beginnen. Karl Hettler, der jahrelang unseren Karneval mit geschmackvollem Stil verschönte, hatte den Wunsch eine Seitenwand des Gebäudes mit dem Bild der Stadt Marburg zu versehen. Er wählte dazu eine Ansicht aus, die sich dem Beschauer vom Ortenberg her darbietet.
Auf die Stirnwand des Gebäudes malte er freihändig das Marburger Stadtwappen mit einer Schrift in Antiqua „Universitätsstadt Marburg“.

 

Inzwischen wurde unter tatkräftiger Leitung von Kurt Sygdat das Außengerüst gestellt. Der Rauputz wurde an einem Samstag angebracht, nachdem die Eckschienen gesetzte waren. An der Putzmaschine war besonders Karl Böckler im Einsatz, was sogar im einem Bild in der Oberhessischen Presse dokumentiert war.
Am darauffolgenden Samstag wurde noch der Feinputz aufgetragen. Nun erstrahlt das Gebäude in hellem Glanz.
Alle Hände wurden dann noch bei den Gartenanlagen gebraucht. Es wurde Sand, Kies und Mutterboden angefahren, aufgeschüttet und verfestigt. Die Betonplatten für den Freisitzwurden unter Leitung von unserem treuen Polier und Baumeister Werner Schäfer fachmännisch verlegt und die Beetplatten gesetzt.

Indessen legte Karl Hettler letzte Hand an seinem großen Werk an. Er war viele Tage im Haus oftmals alleine um den letzten Schliff dem Gemälde zu geben. Ich beglückwünsche ihn hiermit und auf diesem Wege zu dieser Leistung.
Inzwischen waren draußen mehrere Baumaschinen einer privaten Firma aufgefahren.

Im Auftrage der Stadt Marburg wurden alle nicht befestigten Flächen auf dem Hof geteert. Auch die nördliche Seite des Gemeinschaftsheims wurde mit einer sauber ausgeführten Straßendecke versehen.
Die übrigen Flächen bei unserem Gemeinschaftshaus und den Nachbarn und Freunden der Johanniter-Unfallhilfe wurden mit Schotter und Basalsand ausstaffiert und glattgewalzt, Nachdem die Außenlampe der Brauerei Ihring Melchior, Lich aufgestellt waren, konnte man die Außenarbeiten abschließen. Nach Einbau der Faltwand und Aufhängen der Gardinen war auch innen fast alles fertig.
Da wir am 8. September bei einem Fußballspiel der Stadtteilgemeinden den 2. Platz belegten, konnten wir unser Heim mit einem Pokal verschönern.

 

 

Hans-Ulrich Kaufmann

-Afföllergemeinde Marburg/L-